„Derzeit sind bereits zwei Headhunter an der Sache dran.“
Dann muss ich leider gehen.
Gestern hatte ich einen Termin in Chemnitz. Ein mittelständisches Unternehmen mit rund 120 Mitarbeitern. Solides Geschäft. Gute Unternehmenskultur. Gesucht wird ein neuer CTO (m/w/d).
Der Geschäftsführer hat mich über LinkedIn angesprochen, da wir gemeinsame Kontakte im Netzwerk haben, für die ich in der Vergangenheit bereits erfolgreich Stellen besetzen durfte. Eigentlich eine perfekte Übereinstimmung.
Im Gespräch fiel dann der entscheidende Satz: „
, derzeit sind bereits zwei Headhunter an der Sache dran.“
Ich habe die Suche abgelehnt. Nicht, weil ich kein Interesse hatte. Sondern weil drei parallele Personalvermittler für eine Schlüsselposition selten zu einem besseren Ergebnis führen.
Warum?
Verwirrung auf dem Arbeitsmarkt
Wenn Bewerber mehrfach wegen derselben Stelle kontaktiert werden, entsteht kein professioneller Eindruck. Das wirkt unkoordiniert und schwächt die Positionierung des Unternehmens.
Geschwindigkeit führt zu Oberflächlichkeit
. Mehr Dienstleister bedeutet oft: schneller versenden, weniger Tiefgang. Hauptsache, der Lebenslauf ist als Erstes da.
Keine echte Partnerschaft
Ein strategischer Sparringspartner benötigt Exklusivität, zumindest für einen begrenzten Zeitraum. Nur dann investiert er die erforderliche Zeit in Marktanalysen, Direktansprache und ein klares Erwartungsmanagement.
Die Arbeitgebermarke leidet d
, gerade auf Führungsebene tauschen sich die Kandidaten untereinander aus. Wenn drei Anfragen für dieselbe Position eingehen, spricht sich das herum.
Ich verstehe den Impuls vieler Geschäftsführer:
„Mehr Headhunter = höhere Wahrscheinlichkeit.“
In der Praxis ist es oft genau umgekehrt.
Ein klares Mandat, ein transparenter Prozess und ein Partner, der wirklich Verantwortung übernimmt, erhöhen die Wahrscheinlichkeit erheblich.
Die Suche nach einem CTO habe ich gestern nicht übernommen.
Aber wir werden bei zukünftigen Projekten sicher zusammenarbeiten, denn Recruiting ist Recruiting Spiel mit Lebensläufen, sondern eine strategische Personalbesetzung.
Wie sind eure Erfahrungen mit parallelen Mandaten?
Bringt das wirklich einen Mehrwert oder schadet es eher dem Markt?

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